Klingbeil: Schulgeld in Pflegeausbildung wird gestrichen

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Das Bundeskabinett hat am Mittwoch beschlossen, die Ausbildung von Pflegerinnen und Pflegern neu zu ordnen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil begrüßte den Beschluss als richtungsweisend.

 

„In unserer Region zählen Krankenhäuser, Pflegeheime und ambulante Pflegedienste zu den wichtigsten Arbeitgebern. Eine Reform der Ausbildung wurde in meinen Gesprächen mit Pflegedienstleitungen und Trägern immer wieder eingefordert. Das nun verabschiedete Pflegeberufsgesetz stellt insgesamt die richtigen Weichen“, sagte Klingbeil.

Zentrale Bestandteile der Reform sind die Abschaffung des Schulgelds und eine Zusammenführung der verschiedenen Pflege-Zweige zu einer gemeinsamen Ausbildung. „Einige Schulen haben eine Gebühr erhoben, was den Einstieg in eine Ausbildung erschwerte. Die fällt nun weg. Außerdem müssen sich die Schülerinnen und Schüler nicht mehr am Beginn der Ausbildung dafür entscheiden, ob sie in die Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege gehen. Wir bekommen eine Ausbildung, die auf verschiedene Bereiche vorbereitet und dann weiter ausdifferenziert werden kann. Das erhöht die Flexibilität und den Wechsel zwischen den Bereichen. Das ist ein guter Schritt. Offene Fragen werden jetzt im parlamentarischen Verfahren geklärt“, so Klingbeil. Im Januar 2018 soll der erste neue Ausbildungsjahrgang starten.


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    Bildung und Qualifikation
 

 

2 Kommentare zu Klingbeil: Schulgeld in Pflegeausbildung wird gestrichen

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Lars Klingbeil

am um 09:44 Uhr

 

Sehr geehrter Herr Rosenblatt,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Zunächst einmal ist es sicher wichtig zu wissen, dass das neue Pflegeberufegesetz bisher erst ein Kabinettsbeschluss ist. Seine genaue Ausgestaltung wird in den kommenden Wochen und Monaten im Bundestag verhandelt. Grundsätzlich halte ich die Pläne von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig aber für sinnvoll. Wenn wir auf den demografischen Wandel richtig reagieren wollen, müssen wir den Pflegeberuf anders ausgestalten. Unser Bedarf an Pflegekräften wird sowohl in Kliniken als auch in der stationären und ambulanten Altenpflege weiter steigen. Deshalb braucht es dringend eine Attraktivitätssteigerung. Die Eröffnung von mehr Einsatzmöglichkeiten kann hier eine neue Perspektive für Absolventen einer pflegerischen Ausbildung darstellen. Außerdem beinhaltet das Gesetz die vollständige Abschaffung des Schulgeldes während der Ausbildung. Besondere Kenntnisse können je nach gewähltem praktischen Vertiefungseinsatz gewonnen werden. Eine Spezialisierung erfolgt wie bisher auch durch Fort- und Weiterbildung. Wenn die zukünftigen Auszubildenden als Ausbildungsträger etwa eine Kinderklinik gewählt haben, können sie aber auch weiterhin schon mehr als die Hälfte ihrer praktischen Ausbildung in diesem Fachbereich verbringen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen
Lars Klingbeil

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Wolfgang Rosenblatt

am um 16:36 Uhr

 

hallo Herr Klingbeil,
ich habe gestern, am 26.01.16 im RegionalTV WDR2 Münster ein Interview mit einem Chefarzt und einer Schwester für Kinderkrankenpflege - Spezialausbildung Früchen - gehört.
Insbesondere die Kinderschwester beschrieb ausführlich ihren Ausbildungsweg ,die hohe Verantwortung und die zwingend notwendige Spezialausbildung für diesen überaus wichtigen Beitrag für unsere Zukunft. Sowohl der Chefarzt als auch die Krankenschwester sehen in der geplanten 3-jährigen gemeinsamen Ausbildung und der erst dann anschliessenden Spezialiserung einen erheblichen Rückschritt für die professionelle Ausbildung einer Kinderkrankenschwester.
Sie schlugen vor, eine einjährige gemeinsame Grundlagenvermittlung und dann Beginn der Spezialisierung. Würde man wie geplant vorgehen, würden nach der Grundlagenvermittlung mindestens 3 bis 4 Jahre der Spezialausbildung folgen müssen, somit einen Zeitraum von 6-7 Jahren beanspruchen. Sowohl Chefarzt als auch Kinderkrankenschwester befürchten , dass bei einer solchen Ausbildungslänge viele Interessierte abspringen werden. An eine Verkürzung der Spezialausbildung sei bei der kompexen Thematik nicht zu denken, es sei denn, man nimmt eine minderwertige Ausbildung dieses wichtigen Zweiges der medizinischen Betreuung in Kauf.
Die Argumente waren für mich als medizinischem Laien einleuchtend und nachvollziehbar. In der Alten- und Krankenpflege mag es ja funktioneren. Bei Kindern, die sich überhaupt nicht artikulieren können, braucht es Mitarbeiter, die die Bedürfnisse eines Frühchens routiniert auch ohne verbale Kommunikation erkennen und dann entsprechend handeln können. Immerhin geht es hier um unsere Nachkommen.


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