„Potenzial junger Menschen fördern“ - Lars Klingbeil absolviert Tagespraktikum im Gymnasium Walsrode

SPD-Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil im Gespräch mit dem Schulleiter des Gymnasiums Walsrode Johannes Klapper (v. l.)

SPD-Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil im Gespräch mit dem Schulleiter des Gymnasiums Walsrode Johannes Klapper (v. l.)

 

„Ein Tag im Leben“, nennt der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil seine im Wahlkampf begonnene Reihe von Betriebspraktika, die er auch nach der Wahl fortführt. Vor kurzem absolvierte Klingbeil einen kompletten Arbeitstag am Gymnasium Walsrode, diskutierte mit Schülern und Lehrern und erhielt einen tiefen Einblick in den Schulalltag am Gymnasium.

„Das Thema Bildung wird in Sonntagsreden gern in den Fokus gerückt. Ich würde mir wünschen, dass mehr Politiker einen Blick in das reale Schulleben werfen und erkennen, wie schwierig das Lernen und die Vermittlung von Wissen ist, wenn 32 Schüler in einem Klassenraum sitzen. Ich habe da auch einen großen Respekt vor der Arbeit der Lehrer“, sagte Klingbeil.

Der 31-Jährige wohnte neben dem Physik- und dem Musikunterricht am Morgen und einem intensiven Rundgang mit dem Schulhausmeister am Mittag auch dem Politikunterricht der neunten Klasse bei. Die Schülerinnen und Schüler stellten dem Abgeordneten sehr konkrete Fragen: „Wie wird man Politiker, wie sieht der Arbeitstag eines Abgeordneten aus und was verdient ein Abgeordneter im Bundestag“, waren einige davon. Klingbeil ermutigte die Schüler, sich einzubringen und sich bei ihren Anliegen Gehöhr zu verschaffen. „Ich habe selbst als Schülersprecher angefangen. Damals ging es auch um alltägliche Probleme von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, wie ein geeigneter Band-Proberaum oder die Einrichtung eines Disco-Busses. Im Übrigen bestätigte das Gespräch meine Einschätzung, dass sich junge Menschen sehr wohl für Politik und gesellschaftliche Fragen interessieren. Wir als Politiker müssen uns fragen, warum wir dieses Potenzial nicht nutzen und Parteien für junge Menschen offenbar nicht attraktiv sind. Das Engagement von jungen Menschen muss gefördert werden. Parteien wie die SPD müssen interessierten und engagierten Jugendlichen schnell Verantwortung und Mitsprache übertragen“, forderte Klingbeil.

Im Gespräch mit dem Schulleiter des Gymnasiums Johannes Klapper erfuhr Klingbeil, dass am Gymnasium Walsrode über 1500 Schüler von über 100 Lehrkräften unterrichtet werden. Die Klassenstärken liegen z.T. bei über 30 Schülerinnen und Schülern je Klasse. „Unterrichtsausfall und Fehlstunden sind an der Tagesordnung, weil keine Reserve an Lehrkräften für Krankheit, Fortbildung usw. eingerechnet wird. Zudem ist der strukturelle Lehrermangel ein großes Problem, weil in einigen Fächern wie Mathematik, den Naturwissenschaften, Latein, Spanisch, Religion und Kunst ausreichende Bewerber in Niedersachsen fehlen.“

„Bei diesen Klassenstärken ist zwangsläufig die Möglichkeit zur individuellen Förderung der Schüler stark eingeschränkt, was die Persönlichkeitsentwicklung nicht fördert. Dies ist für mich der stärkste Beleg, wie weit sich die Schulpolitik in Niedersachsen vom realen Schulalltag entfernt hat. Ich bin ausnahmslos auf motivierte und engagierte Lehrer getroffen, die ihrem Beruf mit viel Idealismus nachgehen – leider macht es die Politik diesen Lehrern und auch den Schülern unheimlich schwer“, so Klingbeil abschließend.

 

 


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