Nachtwachen und Trauerarbeit benötigt - Lars Klingbeil besucht den Hospizverein Rotenburg

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von links: Elke-Sofie Glenk, Annette Ehmer-Schulte und Lars Klingbeil

 

Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil besuchte vor kurzem den Verein Palliativ- und Hospizarbeit in Rotenburg, um sich über die ehrenamtliche Sterbebegleitung und deren politischen Rahmenbedingungen zu informieren. Klingbeil war im Rahmen der Feierlichkeiten zum fünfjährigen Bestehen des Vereins auf diesen aufmerksam geworden und wollte sich vor Ort ein genaueres Bild machen.

Elke-Sofie Glenk, die die Begleitungen des Vereins organisiert und Annette Ehmer-Schulte, die das medizinische Netzwerk des angeschlossenen Palliativstützpunktes koordiniert, berichteten ihm von ihrer Arbeit.

38 Ehrenamtliche begleiten jährlich rund 50 Menschen auf ihrem letzten Weg. Durch eine Qualifizierung und psychologische Unterstützung gelänge es laut Glenk, sich um Ängste und Wünsche der Sterbenden zu kümmern. „Gesellschaftlich ist die Beschäftigung mit dem Sterben immer noch ein Tabu-Thema. Gerade Angehörige, die sich oft seit Jahren kümmern, können durch unsere Arbeit entlastet werden“, so Glenk.

Elke-Sofie Glenk und Annette Ehmer-Schulte forderten, Angehörige durch sogenannte Sitzwachen zu entlasten: Medizinisch-Ungelernte halten Nachtwachen und können im Notfall Angehörige oder Mediziner verständigen. „Die erschöpften Familienmitglieder finden somit ein bisschen Nachtruhe“, so Ehmer-Schulte. Die Betreuung der Trauernden sei durch die Krankenkassen nicht berücksichtigt. „Nach einem unerwarteten Sterbefall möchten wir uns um Hinterbliebene kümmern. Die Krankenkassen entlasten uns jedoch nicht bei der damit verbundenen Arbeit“, resümierte Elke-Sofie Glenk. Klingbeil sagte zu dieses Thema mit Experten der SPD-Bundestagsfraktion zu diskutieren.

Der SPD-Abgeordnete machte auch deutlich, dass es aus seiner Sicht ein Umdenken in der Gesellschaft gebe: „Ich bekomme viele Briefe zum Thema Organspenden oder zur Präimplantationsdiagnostik. Es gibt eine erhöhte Aufmerksamkeit für ethische Debatten und auch für Fragen über Leben und Tod. Das Thema Sterbebegleitung verdient viel mehr Aufmerksamkeit. Ich habe großen Respekt vor dem Mut und der Kraft mit der die Ehrenamtlichen im Hospizverein bereit sind selbstlos zu helfen! Soziales Ehrenamt hat all zu häufig kaum eine Lobby und benötigt dringend politische Unterstützung.“

 
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