Freiwilliges Engagement stärker fördern

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Zu einem Fachgespräch über die Chancen und Herausforderungen des neuen Bundesfreiwilligendienstes lud der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil (SPD) Vertreter von Sozialverbänden, aus dem Pflegebereich und ehemalige Träger von Zivildienststellen ins Restaurant „anders“ nach Walsrode ein. Als Referenten hatte Klingbeil den zuständigen Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Sönke Rix, MdB gewinnen können.

In seiner Einleitung machte Klingbeil deutlich, dass er der Neuregelung im Bundestag nicht zugestimmt habe, da er das Ende der Wehrpflicht für schlecht vorbereitet und übereilt halte. „Ich hätte mir an dieser Stelle eine gründlichere Vorbereitung und eine ausführlichere Debatte über Modelle für die Freiwilligengewinnung gewünscht“, begründete Klingbeil seine Entscheidung.

Dass in der Werbung für die freiwilligen Dienste noch eine große Herausforderung besteht, beschrieb Sönke Rix in seinem Kurzvortrag, in dem er bemängelte, dass junge Menschen nicht ausreichend mit den Möglichkeiten des freiwilligen Engagements konfrontiert würden. Durch die schnelle Einführung des Bundesfreiwilligendienstes sei es zudem zu einem großen Informationsdefizit, sowohl bei den jungen Menschen als auch bei den Einrichtungen gekommen. Aus Sicht der SPD-Fraktion wäre anstelle der Einführung eines neuen Freiwilligendienstes, die Stärkung des bestehenden Angebots des freiwilligen sozialen, ökologischen oder kulturellen Jahres eine vernünftige Alternative gewesen, bei der man auf eingespielte Strukturen hätte zurückgreifen können. Als Fehler bewertete Rix die von Bundesministerin Schröder geweckte Hoffnung, man könne mit den Freiwilligendiensten die bisherigen 38.000 Zivildienststellen ausgleichen. Insgesamt, so Rix, hätte die Neugestaltung der Freiwilligendienste in einen größeren Zusammenhang gestellt werden müssen: „Einen Dreiklang aus der Stärkung der bestehenden Strukturen, einer Gesamtoffensive für zivilgesellschaftliches Engagement und einer Arbeitsplatzoffensive im sozialen Bereich hätten wir für angemessen gehalten.“

In der anschließenden Diskussionsrunde brachten die Anwesenden ihre Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge aus der Praxis ein. Hier wurde ebenfalls die Schaffung von Doppelstrukturen, die unterschiedlichen finanziellen Rahmenbedingungen der Dienste, sowie die mangelnde Informationspolitik kritisiert. So seien noch einige Fragen wie der Kindergeldanspruch und die Sozialversicherungspflicht der Dienstleistenden unbeantwortet. „Der Übergang vom Zivildienst zum Bundesfreiwilligendienst hat nicht geklappt. Die Einrichtungen wurden bei der Umstellung alleine gelassen.“, brachte es ein Diskussionsteilnehmer auf den Punkt. Hierdurch sei vor allem bei der Betreuung Pflegebedürftiger eine Lücke entstanden, die es nun zu schließen gelte. Zum Abschluss der Diskussionsrunde stand die Frage, wie insgesamt mehr Jugendliche für freiwilliges Engagement begeistert werden können im Mittelpunkt. Hier sprachen sich die Teilnehmer für eine stärkere Präsenz von Anbietern freiwilliger Dienste in Schulen, sowie eine stärkere Berücksichtigung des sozialen Bereichs bei den Schulpraktika aus.

 
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